Liebe Gemeinde!
Mit Sorge, im Schmerz und wohl auch geängstigt vernehmen wir anhaltend Nachrichten aus der Ukraine, aus Russland, aus Weißrussland und aus den angrenzenden Ländern.
Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen auf diesem Wege ein Zeichen der Verbundenheit und Anteilnahme zu senden. Ich spreche hierbei auch im Namen meiner lieben Frau, unserer Matuschka.
Krieg ist das Antlitz des Teufels und dessen Versuch, einen Gegenentwurf zu Gottes Schöpfung zu setzen. Der Teufel ist der Vater der Lüge und ein Mörder von Anfang an (Joh. 8, 44), so auch ist der Krieg Lüge und Lüge ist Krieg. Somit ist dies gerichtet gegen Gott, gegen den Mitmenschen und letztendlich gegen uns selbst, gegen die eigene Seele.
„Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?“ — Matth. 16, 26
Darum ist es so wichtig, nach dem inneren Frieden, der Ruhe der Seele, dem Herzensfrieden zu verlangen und zu streben. Darum suchen wir im Gebet Gottes Antlitz.
„HERR höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich! Mein Herz hält Dir vor Dein Wort: ‚Ihr sollt mein Antlitz suchen‘. Darum suche ich auch, HERR, Dein Antlitz.“ — Psalm 26 (27), 7+8
Gottes Antlitz ist Jesus Christus. Gottes Friede mit uns und in uns ist Jesus Christus (Joh. 16, 33). Wenn wir Frieden suchen, suchen wir Christus. Wenn wir nach Frieden verlangen, sollen wir bereit sein, uns von Christus finden zu lassen. Dies mag uns geschenkt sein, wenn wir bereit sind, in jedem Menschen Gottes Abbild, Jesu Antlitz zu erblicken. Dies kann unser Gebet, unser Friedensgebet sein: In einem jeden Menschen ein Abbild unseres HERRN zu sehen. Dann können wir erahnen, was Paulus uns zuruft:
„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich liebt und sich selbst für mich dahin gegeben hat.“ — Galater 2, 20
Bitte schreiben Sie mir die Namen der Menschen, von denen Sie wissen, dass sie in Kriegsnot und Todesgefahr sind, damit wir ihrer im persönlichen Gebet und im Gottesdienst fürbittend gedenken, und grüßen Sie bitte auch alle von ganzem Herzen.
Lassen Sie uns gegebenenfalls überlegen, wo und wie wir, trotz unserer schwachen Kräfte, eventuell konkrete Hilfe leisten oder Hilfesuchende unterstützen können.
„Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen. Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!“ — Psalm 26 (27), 13-14
In herzlicher Verbundenheit, mit Gottes Segen und in der Liebe und im Frieden unseres HERRN Jesus Christus,
Ihr Priester Johannes Kaßberger